Delegation von US-Kirchenvertretern besucht Aktionsbündnis

13.12.2013

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von links nach rechts: Hardy Schober, Rabbi Joel Mosbacher und Pastor David K. Brawley
Foto: Tobias Sellmaier

Geistliche aus USA trafen sich anlässlich des Jahrestages des Amoklaufes von Newtown (USA) mit Mitgliedern des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden.

Der Rabbiner Joel Mosbacher aus dem US-Bundesstaat New Jersey und Pastor David K. Brawley aus Brooklyn (New York City) besuchten am 12. Dezember zusammen mit Vertretern des Aktionsbündnisses den Gedenkraum in der Albertville-Realschule, der an alle 15 Opfer des Amoklaufes von Winnenden und Wendlingen erinnert.

Gisela Mayer erwähnte auf der anschließenden Pressekonferenz: „Wir haben gemeinsame Erfahrungen und Ziele, wir sollten unsere Stimme weltweit lauter werden zu lassen, nachdem wir erlebt haben, was nie hätte geschehen dürfen.“ Hardy Schober ergänzte: „Das Beschämende ist, dass Amokläufe weiterhin zu jeder Zeit und an jedem Ort passieren können.“ Rabbi Joel Mosbacher sieht die Grundlagen für eine Kooperation der US-Geistlichen mit dem Aktionsbündnis: „Wir stehen am Beginn einer Partnerschaft.“

Die beiden Geistlichen aus USA sind Mitglieder von jüdischen und christlichen Gemeinden, die über die Bürgerbewegung "Community Organizing" in USA vernetzt sind. Der Rabbiner und der Pastor wollen auf ihrer Europatour zusammen mit zwei weiteren Geistlichen versuchen, Druck auf europäische Waffenhersteller auszuüben, um zukünftig Exportlieferungen an unzuverlässige Waffenhändler in den USA zu unterbinden und somit zu verhindern, dass europäische Waffen in den USA in dunklen Kanälen landen. Jährlich exportieren europäische Waffenhersteller fast eine Million Handfeuerwaffen in die USA.

Da europäische Waffenhersteller auch Polizei und Militär in den USA beliefern, wäre hier ein Ansatzpunkt, diese Firmen bezüglich der Lieferungen für den Zivilbereich zu strengeren Exportrichtlinien zu verpflichten. Die Waffenproduzenten in Europa sollten mehr Verantwortung übernehmen, forderten Rabbi Joel Mosbacher und Pastor David K. Brawley. Die Resonanz seitens der Waffenhersteller war allerdings leider gering, die deutsche Waffenfirma SIG Sauer reagierte überhaupt nicht auf die Gesprächsanfragen der Geistlichen, die Firmen Glock (Österreich) und Beretta (Italien) verwiesen lediglich auf ihre US-Tochterfirmen.

Rabbi Joel Mosbacher und Pastor David K. Brawley wollen allerdings nicht so schnell aufgeben, sie sind entschlossen, im Frühjahr 2014 mit einer größeren Gruppe von US-Geistlichen erneut nach Europa zu kommen, um die europäischen Waffenhersteller doch noch zu Gesprächen zu bewegen.

 

Jahrestag des School Shootings von Newtown an der Sandy Hook Elementary School

04.12.2013

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Anlässlich des Jahrestages des School Shootings von Newtown am 14. Dezember erhält das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden Besuch von hochrangigen US-Kirchenvertretern, die sich im Rahmen des "Community Organizing" für eine bessere Schusswaffenkontrolle in den USA einsetzen. Die Exportrichtlinien von deutschen und anderen europäischen Waffenherstellern werden dabei auch ein Gesprächsthema sein.

 

Community Organizing, Metro IAF: "We Will Not Stand Idly By - A Covenant to Save Lives by Reducing Gun Violence in America"

http://metro-iaf.org/sites/default/files/DoNotStandIdlyByPledge.pdf