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26.02.2014

Bündnis gegen Gewalt an Schulen: Turnen statt Mobben

tl_files/img/Chrismon_Akrobatik.jpgFoto: Privat

Am 11. März 2009 erschoss ein 17-Jähriger in einer Realschule nahe Stuttgart 15 Menschen und später sich selbst. Unter den Toten: die 24-jährige Referendarin Nina Mayer. Deren Mutter Gisela Mayer setzt sich heute dafür ein, dass so etwas nie wieder vorkommt. Mit anderen Eltern gründete sie 2009 das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, aus der die Stiftung gegen Gewalt an Schulen hervorging. Deren zentrales Anliegen: ein Schulklima ohne Angst, Mobbing und Gewalt. Dafür bildet sie Lehrer fort, stellt Unterrichtsmaterialien zur Verfügung und schickt Schauspieler mit dem Mitmachtheater „War doch nur Spaß“ in die Schulen – es soll für den Psychoterror unter Gleichaltrigen sensibilisieren. Selbstbewusste Kinder und ein Zusammengehörigkeitsgefühl bilden das Fundament für den Schulfrieden. Ein neuer Akrobatik-Workshop fördert beides: Die Kinder üben zum Teil mehrstöckige Figuren ein, bei denen sie sich gegenseitig stützen müssen. So kann sich jeder als wichtigen Teil des Ganzen erleben. Damit die Stiftung diesen Workshop – wie die anderen Angebote – für Klassen kostenlos anbieten kann, sucht sie noch dringend Spenden.

Fragen an Gerd Feess, Rektor einer Winnender Grundschule:

An Ihrer Schule fand der Akrobatik-Workshop statt. Wie lief der ab?
Eine Trainerin arbeitete einmal wöchentlich  mit den Dritt- und Viertklässlern, das ging über vier Wochen. Anfangs gab es einfache Übungen zu Körperspannung oder Gleichgewicht, am Ende bauten sie Pyramiden mit je zehn Kindern.

Wieso ist das Gewaltprävention?
Die Kinder erleben: Für jeden gibt es einen Platz, man muss ihn nur suchen. Wir hatten einen Jungen mit Glasknochenkrankheit dabei. Er konnte nicht in eine tragende Reihe, die Spitze war auch zu heikel. Er saß dann oben, andere stützten ihn seitlich.

Verändert das auch den Umgang miteinander?
Ein Workshop ist zwar nur ein Mosaikstein neben anderen. Aber solche Erlebnisse zeigen, was möglich ist, und sind deshalb wichtig – für Schüler und Lehrer.

Zum Artikel:

http://chrismon.evangelisch.de/projekte/turnen-statt-mobben-20517

 

Spielfilm STAUDAMM

20.02.2014

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Ein bemerkenswerter Film – er gehört gerade wegen des Verzichts auf actionreiche Darstellung einer Katastrophe zum Besten was zum Thema „Amoklauf – die Zeit danach“ gedreht wurde.

Der Film ist seit dem 30. Januar in zahlreichen Kinos im Bundesgebiet angelaufen.

Radio Bayern 2:

„Besonders wertvoll! Die Reduktion äußerer Reize lenkt die Aufmerksamkeit gekonnt auf die inneren Vorgänge. Und so ahnt man: Roman erkennt sich mit seiner eigenen ganzen Verlorenheit im Amokläufer wieder, nur dass sich sein Frust nach innen richtet, nicht gewaltsam nach außen entladen hat. Staudamm ist ein Film über einen Amoklauf, ohne den Amoklauf selbst zu zeigen. Um die seelischen Schockwellen nach der Explosion geht es hier. Ein Film, der die grausame Tat eines Amokläufers nicht entschuldigt, aber zu verstehen versucht, wo es schwerfällt zu verstehen.