Aktuelle Buchneuerscheinung: Festschrift für Herrn Prof. Dr. Dieter Rössner

02.09.2015

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Benefizkonzert mit Avitall Gerstetter in der Schlosskirche

 

Herzlichen Dank allen Spenderinnen und Spendern!

 

Da Avitall unsere Stiftung mit großem Herzen unterstützt, und wir von ebenso großzügigen Sponsoren wie der Buchhandlung Halder und Projektbau Pfleiderer GmbH & Co. KG aus Winnenden und der Kreissparkasse Waiblingen unterstützt wurden, konnten die anfallenden Kosten für Begleitmusiker, Technik und Organisation vollständig abgedeckt werden.

Ihre Spenden kommen damit uneingeschränkt den Projekten zugute, die unsere Stiftung den Schulen in Baden-Württemberg, vor allem in Winnenden, anbietet.

Unsere Projekte „Akrobatik - gemeinsam stark“, „W.I.R. - Wertschätzung – Integration – Respekt“ und das Klassenzimmertheaterstück „War doch nur Spaß!“ werden seit mehreren Jahren mit großem Erfolg an vielen Schulen durchgeführt.

 

Wofür Sie gespendet haben…

 

Am Samstag, dem 07.11.2015 fand in Winnenden das Benefizkonzert von Avitall Gerstetter zu Gunsten der Stiftung gegen Gewalt an Schulen statt.

Dem Landtagsabgeordneten Willi Halder und der Stiftung gegen Gewalt an Schulen ist es erneut gelungen, Avitall nach Winnenden zu holen.

Das Konzert in der Schlosskirche in Winnenden am Samstag vor rund 400 Zuhörern eröffnete Avitall mit der religiösen Hawdala-Zeremonie zum jüdischen Schabbatausgang, die am Samstagabend bei Nachteinbruch den Beginn der neuen Woche markiert. Dabei werden verschiedene Segen gesprochen, wie auch der Weinsegen.

Neben traditionellen Liedern wie „Esa Enai“ (nach Psalm 121: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen), „Bar‘chi Nafshi“ (Segne meine Seele), „Ahawah“ (Liebe) und dem fröhlichen hebräischen Hochzeitslied „Od Yishama“ präsentierte Avitall auch den Sting-Klassiker „Fields of Gold“ (1993), der mit poetischen Worten eine romantisch-traurige Liebesgeschichte erzählt.

Zum Ausklang des Abends sang Avitall „Bashana Haba'a“ (nächstes Jahr wird alles besser!), nach Standing Ovations des Publikums gab es dann noch eine Zugabe.

Aufgrund des Samstagabends (Ende des Sabbats) und der Nähe zum Gedenktag an die Reichspogromnacht vom Jahr 1938 setzte dieses Konzert einen besonderen Akzent.

 


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Fachgespräch Bad Boll: „Vom guten Umgang miteinander“

Wie jedes Jahr veranstaltete die Stiftung gegen Gewalt an Schulen - Aktionsbündnis Winnenden am 15. Oktober ihren Fachtag in der evangelischen Akademie Bad Boll, bei dem sich hochrangige Wissenschaftler und Vertreter von Politik und Gesellschaft zu Vorträgen und zum Gespräch trafen.

In diesem Jahr lautete das Thema des Fachtages „Vom guten Umgang miteinander".

Gewaltprävention in Schule und Jugendarbeit setzt die Ursachenforschung voraus, wie Gewalt entsteht. Sie leitet zugleich an, ein Sensorium für potenziell gewaltträchtige Situationen  zu entwickeln. Noch wichtiger freilich ist die Erziehung zum friedlichen respektvollen Umgang miteinander und das Einüben einer entsprechenden Praxis. Denn wer darin geübt ist, tut sich leichter, sich auch in schwierigen Situationen weniger irritieren zu lassen und beim guten Umgang miteinander zu bleiben.

 

 

Den Auftakt des Fachtages bildete ein Vortrag von Herrn Franz Hilt, Referatsleiter des AGJ Fachverbandes für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V. und Mitbegründer des Gewaltpräventionsprogrammes Konflikt-KULTUR. Als Basis für eine erfolgreiche und nachhaltige Präventionsarbeit an Schulen sieht Herr Hilt die Schaffung einer schulischen Umgebung die bei Schülern/-innen eine Motivation für kooperatives Verhalten entstehen lässt. Dazu ist ein Schulklima mit systematischer Anerkennungskultur erforderlich, welches positives Verhalten rückmeldet und wertschätzt. Gleichzeitig müssen verlässliche Grenzen in Bezug auf antisoziale Verhaltensweisen gesetzt werden. Schülern/-innen sollen außerdem durch Perspektivenübernahme beginnen, sich in andere hineinzuversetzen, um ihre Handlungsfolgen abschätzen. Dies bildet die Grundvoraussetzung für Empathie und Mitgefühl und damit den Kern dessen, was Menschlichkeit ausmacht.

 

 

Rudi Rhode nahm die theoretischen Ausführungen seines Vorredners auf und zeigte in szenischen Darstellungen seines Vortrags „Wenn Nervensägen an unseren Nerven sägen – sicheres Auftreten in schwierigen Konflikten mit Kindern und Jugendlichen“ auf eindrucksvolle Weise ihre Umsetzung in die Praxis. Deeskalation in Konfliktsituationen, so R. Rhode, basiert auf dem  Gleichgewicht von konsequenter Haltung und Wertschätzung. Die Akzeptanz von Regeln ist vor allem von der inneren Haltung und der verbalen wie körpersprachlichen Kommunikation der Akteure abhängig. Die Teilnehmer nahmen viele Anregungen für eine weitere Beschäftigung mit diesem Thema mit nach Hause.

 

 

 

Dr. Felix Diehl (wissenschaftlicher Mitarbeiter des kriminologischen Lehrstuhls der Justus-Liebig-Universität Gießen) sprach zum Thema "Prävention von Schulamokläufen – Leitfäden der Bundesländer". Auf der Basis der Analyse der Leitfäden der Bundesländer wurden von Dr. Diehl die dort enthaltenen Empfehlungen referiert und im Lichte der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Amokläufen junger Täter und zur Bewertung von Warn- und Drohverhalten eingeordnet. Berücksichtigt wurden insbesondere die empirischen Erkenntnisse zu über 20 Amokläufen junger Täter in Deutschland, die anhand der Auswertung staatsanwaltlicher Akten und durch Befragungen gewonnen worden waren.

 

 

Nathalie Preißer (wissenschaftliche Mitarbeiterin des kriminologischen Lehrstuhls der Justus-Liebig-Universität Gießen) referierte zum Thema "Einschätzung von Amokdrohungen". Nach Amoktaten junger Täter steigt regelmäßig die Anzahl von Amokdrohungen an Schulen. Angesichts der psychischen Folgen einer solchen Drohung oder Ankündigung für die Betroffenen, wie der Belastung in finanzieller Hinsicht und der Bindung von Ressourcen, ist eine Erforschung der Hintergründe und Ernsthaftigkeit derartiger Androhungen unerlässlich. Frau Preißer berichtete über die Analyse der Strafakten von Amokdrohungen junger Täter im schulischen Kontext. Ziel der Analyse ist es u.a. neben Erkenntnissen für die Prävention Kriterien herauszuarbeiten, an Hand welcher auf den Grad der Ernsthaftigkeit der Drohung geschlossen werden kann.