Satzung

Präambel

(1) Im Gedenken an die Opfer der schrecklichen Tat vom 11. März 2009 in Winnenden und
Wendlingen:

Jacqueline Hahn, 16 Jahre
Ibrahim Halilaj, 17 Jahre
Stefanie Kleisch, 16 Jahre
Schülerin, 15 Jahre
Viktorija Minasenko, 16 Jahre
Schülerin, 16 Jahre
Chantal Schill, 15 Jahre
Jana Schober, 15 Jahre
Kristina Strobel, 16 Jahre
Sabrina Schüle, 24 Jahre
Franz Just, 57 Jahre
Denis Puljic, 36 Jahre
Peter Wilk, 46 Jahre
Michaela Köhler, 26 Jahre
Nina Mayer, 24 Jahre

(2) Die Stifterinnen und Stifter trauern mit den Angehörigen der Opfer der furchtbaren Tat in Winnenden und Wendlingen.

(3) Voll Mut und Verzweiflung gründen die Stifterinnen und Stifter zur Vermeidung solch entsetzlicher Gewalttaten an Schulen das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden und die Stiftung gegen Gewalt an Schulen und geben dieser Stiftung folgende Satzung:

§ 1 Name, Rechtsform, Aufsicht und Sitz

(1) Die Stiftung führt den Namen „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden – Stiftung gegen Gewalt an Schulen“.

(2) Sie ist eine rechtlich selbständige kirchliche Stiftung bürgerlichen Rechts und untersteht der Aufsicht der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

(3) Die Stiftung hat ihren Sitz in Winnenden. Durch Beschluss mit zwei Dritteln der Stimmen des Kuratoriums kann der Sitz der Stiftung verlegt werden.

§ 2 Stiftungszweck

(1) Zweck dieser Stiftung ist es

1. an die Opfer des Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen zu erinnern. Dazu gehört insbesondere auch die seelsorgerliche Begleitung der Angehörigen der Opfer sowie aller traumatisierten Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Helferinnen und Helfern und sonstigen Betroffenen der Tat. Die Unterstützung soll die Betroffenen bei ihrer Trauer und der Bewältigung der Tat aktiv begleiten.

2. präventive Maßnahmen, Modelle und Konzepte zu fördern, um die Gewalt an Schulen einzudämmen und weitere Amokläufe zu verhindern;

3. durch die jährliche Auslobung eines Preises können bewährte oder neue Modelle der Gewaltprävention gefördert werden und einer breiten gesellschaftlichen und politischen Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

(2) Ziel der Stiftung ist es, die notwendigen Mittel zur Durchführung der Projekte und Öffentlichkeitsarbeit bereitzustellen. Darüber hinaus sollen bestehende und neue Projekte ideell und finanziell unterstützt werden, die sich mit Gewaltprävention befassen. Dazu gehört die Arbeit der Seelsorgerinnen und Seelsorger, Pädagoginnen und Pädagogen, Jugendreferenten und Jugendreferentinnen sowie Diakoninnen und Diakonen, insbesondere in den Bereichen der Schul- und Notfallseelsorge, der Familienberatungs-, Lebensberatungs und Jugendeinrichtungen der Evangelischen Kirche sowie die Durchführung eigener Aktionen der Stiftung zur Gewaltprävention an Bildungseinrichtungen. Eine weitere Aufgabe der Stiftung ist es die Information von Eltern zur Erlangung von Medienkompetenz, insbesondere im Bereich des Internets und bei Computer- oder Konsolenspielen zu fördern.

(3) Die Erfüllung des Stiftungszwecks erfolgt unter Wahrung und auf der unveränderlichen Grundlage des christlichen Glaubens. Die Stiftung nimmt in der Ausübung der Nächstenliebe gemäß dem Evangelium von Jesus Christus auch Aufgaben der Diakonie wahr.

(4) Eine Zusammenarbeit der Stiftung mit Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK e. V.) ist zulässig und anzustreben.

(5) Die Stiftung soll Mitglied im Diakonischen Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e. V. werden.

(6) Die Stiftung ist verpflichtet, mit ihren privatrechtlich angestellten Mitarbeitenden Arbeitsverträge abzuschließen oder bestehende Arbeitsverträge dahingehend zu ändern, dass deren Mindestinhalt mit einem nach dem Arbeitsrechtsregelungsgesetz der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zugelassenen kirchlichen Arbeitsrecht übereinstimmt. Sie ist weiter verpflichtet, die einschlägigen mitarbeitervertretungsrechtlichen Vorschriften anzuwenden. Alle Mitarbeitenden der Stiftung sind dem kirchlichen und diakonischen Auftrag der Stiftung verpflichtet. Sie sollen darum der evangelischen Landeskirche, mindestens aber einer Kirche angehören, die Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) e. V. ist.

(7) Mitarbeiter in leitender Stellung und Mitglieder der satzungsmäßigen Organe müssen mehrheitlich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, sonst einer christlichen Kirche angehören, die Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen ist, angehören. Für bis zu drei seiner Mitglieder kann das Kuratorium gemäß § 12 Abs. 2 der Satzung eine Ausnahmeregelung beschließen. Die Mitarbeitenden müssen bereit sein, der Stiftung im Sinne evangelischer Diakonie zu dienen.

(8) Ein Rechtsanspruch Dritter oder der vorstehend Genannten auf die Gewährung von Leistungen aus der Stiftung besteht nicht und wird auch durch die wiederholte Zuerkennung von Leistungen nicht begründet.

§ 3 Gemeinnützigkeit

(1) Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Zwecke im Sinne des jeweils gültigen Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

(2) Die Stiftung ist selbstlos tätig. Sie verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Die Mittel der Stiftung dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden.

(3) Keine Person darf durch Ausgaben, die dem Zweck der Stiftung fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen, Zuwendungen oder Unterstützungen durch die Stiftung begünstigt werden.

§ 4 Stiftungsvermögen und Erträge

(1) Das Stiftungsvermögen ergibt sich aus dem Errichtungsgeschäft der Gemeinschaft aller Gründungsstifterinnen und Gründungsstiftern.

(2) Das Stiftungsvermögen ist im Sinne einer dauerhaften Erfüllung des Stiftungszwecks möglichst sicher und ertrag bringend anzulegen oder zu bewirtschaften und in seinem Bestand möglichst ungeschmälert zu erhalten. Dies beinhaltet auch eine mögliche Einstellung von Stiftungserträgen in den Stiftungsgrundstock zum Ausgleich eines etwaigen Kaufkraftverlustes.

(3) Das Stiftungsvermögen ist vom übrigen Vermögen der Stiftung getrennt zu halten. Es kann zur Werterhaltung oder zur Stärkung seiner Ertragskraft nach den Regeln einer ordnungsgemäßen Wirtschaftsführung umgeschichtet werden.

(4) Die Stiftung kann Zustiftungen, soweit diese nicht im Widerspruch zum bestehenden Stiftungszweck stehen, annehmen, ist dazu jedoch nicht verpflichtet. Alle Zuwendungen, die nicht ausdrücklich als Spende oder Zuwendung zur zeitnahen Verwendung bestimmt sind, können dem Stiftungsvermögen zugeführt werden, ebenso Erbschaften und Vermächtnisse zugunsten der Stiftung.

(5) Von den Erträgen des Stiftungsvermögens dürfen nach Abzug etwaiger Verwaltungskosten im Rahmen der steuerlichen Vorschriften Rücklagen gebildet werden und Zuführungen zum Stiftungsvermögen erfolgen. Hierüber entscheidet das Kuratorium. Ansonsten sind die Erträge zur Erfüllung des Stiftungszwecks zeitnah zu verwenden. Dasselbe gilt für Zuwendungen, die nicht dem Stiftungsvermögen zugeführt werden.

§ 5 Finanzierung und Geschäftsjahr

(1) Die Stiftung finanziert ihre Arbeit neben den Erträgen aus dem Stiftungsvermögen aus:

  1. Einnahmen und Erträgnissen aus den erbrachten Leistungen der Stiftung, insbesondere aus Leistungsentgelten und Kostenerstattungen,
  2. Zahlungen, Beihilfen und Zuschüssen der öffentlichen und kirchlichen Kostenträger,
  3. Zuwendungen Dritter, soweit diese nicht zur Aufstockung des Stiftungsvermögens bestimmt sind,
  4. sonstigen Einnahmen.

(2) Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. § 6 Stiftungsorgane

(1) Stiftungsorgane sind:

  1. das Kuratorium und
  2. der Vorstand.

(2) Die oder der Kuratoriumsvorsitzende ist besondere Vertreterin oder besonderer Vertreter der Stiftung nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches hinsichtlich der Unterzeichnung der mit den Vorstandsmitgliedern abzuschließenden Verträge. Es kann ein hauptamtlicher Stiftungsvorstand bestellt werden.

§ 7 Kuratorium

(1) Das Kuratorium besteht aus mindestens 7 und maximal 15 Personen.

(2) Mitglied des Kuratoriums kraft Amtes ist:

die jeweilige Dekanin oder der jeweilige Dekan des evangelischen Kirchenbezirks
Waiblingen,1

(3) Die übrigen Mitglieder des Kuratoriums werden vom Vorstand vorgeschlagen durch Wahl bestimmt. Unter den gewählten Mitgliedern soll eine Familienangehörige oder ein Familienangehöriger der in der Präambel genannten Opfer des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen und eine Gemeindepfarrerin oder ein Gemeindepfarrer der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Winnenden oder eines Herkunftsortes eines der Opfer oder eine
Notfallseelsorgerin oder ein Notfallseelsorger der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sein. Auf eine geschlechtergerechte Besetzung des Kuratoriums ist zu achten. Der Vorstand der Stiftung wir regelmäßig zu den Sitzungen des Kuratoriums eingeladen und kann beratend teilnehmen. In Angelegenheiten, die den Vorstand selbst betreffen, kann der Vorstand von der Teilnahme an den Sitzungen ganz oder teilweise ausgeschlossen werden.

(4) Die Amtszeit der gewählten Mitglieder beträgt 6 Jahre.

(5) Die jeweiligen Mitglieder des Kuratoriums sollen in geheimer Abstimmung vor dem Ende der Amtszeit eines gewählten Mitglieds eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger wählen.Die Wiederwahl ist zulässig. Das scheidende Mitglied ist stimmberechtigt.

(6) Eine Zuwahl hat stattzufinden, wenn weniger als 7 Mitglieder dem Kuratorium angehören.

(7) Die Mitglieder kraft Amtes können nach Maßgabe dieser Satzung dauernde stellvertretende Mitglieder für die Dauer von 6 Jahren bestellen. Die Stellvertretung ist der jeweiligen oder dem jeweiligen Vorsitzenden des Kuratoriums schriftlich anzuzeigen.

(8) Die Mitglieder des Kuratoriums sind ehrenamtlich tätig. Sie haben Anspruch auf Ersatz der ihnen entstandenen notwendigen und nachgewiesenen Auslagen und Aufwendungen. Ein Entgelt für die Tätigkeit wird von der Stiftung nicht bezahlt.

(9) Die Mitglieder des Kuratoriums sind zur ordnungsgemäßen Erfüllung ihrer Aufgaben verpflichtet. Dem Kuratorium sollen Personen angehören, die besondere Fachkompetenz und Erfahrung oder besonderes Engagement im Hinblick auf die Aufgabenerfüllung der Stiftung aufweisen.

(10) Die Mitgliedschaft im Kuratorium endet:

  1. mit Ablauf der Amtszeit..
  2. mit der schriftlichen Erklärung des Austritts gegenüber der oder dem Vorsitzenden.
  3. mit der Abberufung aus wichtigem Grund aus dem Kuratorium, insbesondere bei stiftungsschädlichem Verhalten des Mitglieds, welche durch zwei Drittel aller Kuratoriumsmitglieder nach Anhörung der oder des Betroffenen, jedoch ohne Stimmrecht der oder des Betroffenen, beschlossen wurde.
  4. mit dem Verlust der Mitgliedschaft in einer evangelischen Landeskirche oder anderen christlichen Kirche.
  5. mit dem Erreichen des 80. Lebensjahres. Das Kuratorium kann mit einer Mehrheit von drei Vierteln seiner Stimmen im Einzelfall eine Ausnahme hiervon zulassen.

(11) Die Regelungen in § 7 Abs.10 Nr. 4 gelten nicht für die Mitglieder kraft Amtes, jedoch für deren dauernde Stellvertreter.

§ 8 Arbeitsweisen des Kuratoriums

(1) Das Kuratorium wählt aus seiner Mitte eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden und eine stellvertretende Vorsitzende oder einen stellvertretenden Vorsitzenden sowie eine Protokollantin oder einen Protokollanten. Die Protokollantin oder der Protokollant darf nicht die oder der Vorsitzende oder deren oder dessen Stellvertretung sein. Die Amtszeit beträgt jeweils 6 Jahre. Eine Wiederwahl ist möglich. Die Vorsitzenden und die Protokollantin oder
der Protokollant verlieren ihr jeweiliges Amt mit dem Ausscheiden aus dem Kuratorium oder Ablauf der Amtszeit.

(2) Beschlüsse des Kuratoriums werden in der Regel auf Sitzungen gefasst. Das Kuratorium wird von der oder dem Vorsitzenden nach Bedarf, zumindest aber einmal jährlich, unter Angabe der Tagesordnung und Einhaltung einer Frist von zwei Wochen zu einer Sitzung einberufen. Die oder der Vorsitzende, im Falle der Verhinderung die stellvertretende Vorsitzende oder der stellvertretende Vorsitzende, leitet die Sitzung. Sitzungen sind ferner einzuberufen, wenn ein Drittel der Mitglieder des Kuratoriums dies unter Angabe einer Tagesordnung verlangt.

(3) Das Kuratorium ist beschlussfähig, wenn nach ordnungsgemäßer Ladung mindestens die Mehrheit der Mitglieder anwesend ist. Unter ihnen muss die oder der Vorsitzende oder die Stellvertreterin oder der Stellvertreter sein. Ladungsfehler gelten als geheilt, wenn alle Mitglieder anwesend sind und niemand widerspricht. Ist das Kuratorium nicht beschlussfähig, so hat die oder der Vorsitzende oder die Stellvertreterin oder der Stellvertreter die Kuratoriumsmitglieder unverzüglich unter der Angabe einer Tagesordnung mit einer Frist von einer Woche erneut einzuladen. Das Kuratorium ist dann unabhängig von der Anzahl der anwesenden Kuratoriumsmitglieder beschlussfähig. Hierauf ist in der Einladung besonders hinzuweisen.

(4) Das Kuratorium trifft seine Entscheidungen mit einfacher Mehrheit der Anwesenden, sofern die Satzung nichts Abweichendes bestimmt.

(5) Das Kuratorium kann mit absoluter Mehrheit beratende Ausschüsse einsetzen. Er benennt die Mitglieder und wählt den jeweiligen Vorsitzenden oder die jeweilige Vorsitzende.

(6) Über die Sitzungen sind fortlaufend nummerierte Niederschriften zu fertigen und von der oder dem Vorsitzenden und der Protokollantin oder dem Protokollant zu unterzeichnen. Sie sind allen Mitgliedern des Kuratoriums zur Kenntnis zu bringen. Das Protokoll bedarf der Genehmigung des Kuratoriums auf der nächstfolgenden Sitzung.

(7) Wenn kein Mitglied des Kuratoriums widerspricht, können Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst werden. Auch hierüber ist ein Protokoll nach vorstehenden Vorschriften zu führen. Die Beschlüsse bedürfen der Bestätigung auf der nächsten ordentlichen Sitzung.

(8) Die Sitzungen sind nicht öffentlich. Die Mitglieder des Vorstands nehmen an den Sitzungen teil. Das Kuratorium kann ferner weitere sachverständige Personen beratend zu den Sitzungen hinzuziehen.

(9) Bei Wahlen ist geheim abzustimmen, es sei denn es wird einstimmig beschlossen, hiervon abzusehen.

(10) Mitglieder des Kuratoriums, die an einem Beratungsgegenstand persönlich beteiligt und betroffen sind, können durch Mehrheitsbeschluss von einer Abstimmung ausgeschlossen werden.

§ 9 Aufgaben des Kuratoriums

(1) Das Kuratorium verantwortet die Arbeit der Stiftung. Es berät, begleitet und überwacht den Vorstand. Es beschließt über die Verwendung der Stiftungsmittel. Es entscheidet neben den in dieser Satzung aufgeführten Fällen über alle Belange der Stiftung von grundsätzlicher Bedeutung. Diese sind insbesondere:

  1. Berufung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands sowie Festlegung der oder des Vorstandsvorsitzenden.
  2. Abschluss, Änderung und Aufhebung von Dienstverträgen mit den Mitgliedern des Vorstands sowie Geltendmachung von Ansprüchen der Stiftung gegen die Vorstandsmitglieder.
  3. Erlass einer Geschäftsordnung für den Vorstand, die das Innenverhältnis zwischen Vorstand und Kuratorium regelt und die weitere Beschränkungen der Vertretungsbefugnisse des Vorstands im Innenverhältnis enthalten kann.
  4. Zustimmung zu der vom Vorstand vorzunehmenden Anstellung und Entlassung von leitenden Mitarbeitenden sowie zu den Verträgen und bedeutenden Vertragsänderungen der Dienst- und Arbeitsverträge mit leitenden Mitarbeitenden.
  5. Entgegennahme und Beschluss des Wirtschaftsplans und der Jahresplanung, inklusive eines Stellen- und Investitionsplans.
  6. Entgegennahme des Jahresabschlusses sowie der Jahresprüfung und die Entlastung des Vorstands und Beauftragung des Abschlussprüfers.
  7. Zustimmung zu Struktur- und Grundsatzfragen, soweit diese nicht in der Geschäftsordnung dem Vorstand übertragen sind, insbesondere Zustimmung zur Errichtung und Erweiterung der Aufgaben und Aufgabenbereiche der Stiftung und die Eingehung von dauerhaften Kooperationen mit einer Laufzeit von über 6 Monaten.
  8. Bauvorhaben, Erwerb, Veräußerung und Belastung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten und die Übernahme von Bürgschaften, soweit in der Geschäftsordnung oder im Wirtschaftplan nicht geregelt.
  9. Zustimmung zur Annahme von Erbschaften, Vermächtnissen und Zuwendungen, soweit diese mit Auflagen oder sonstigen Lasten belastet sind.
  10. Zustimmung zu den Grundlinien der Öffentlichkeitsarbeit für die Stiftung einschließlich der aktiven Werbung um Zustiftungen und Spenden.
  11. Satzungsänderungen und die Auflösung der Stiftung nach den Vorgaben dieser Satzung.

(2) Das Kuratorium kann bestimmen, dass weitere Rechtsgeschäfte seiner Zustimmung bedürfen.

(3) Das Kuratorium kann sich jederzeit über alle Angelegenheiten der Stiftung unterrichten, deren Bücher einsehen und die Kassenführung überprüfen oder Dritte mit der Überprüfung beauftragen.

(4) Die Mitglieder des Kuratoriums haben über Angelegenheiten deren Geheimhaltung ihrer Natur nach erforderlich ist oder besonders beschlossen wurde, Verschwiegenheit zu bewahren.

§ 10 Vorstand

(1) Der Vorstand besteht aus bis zu zwei Mitgliedern. Im Falle des Vorhandenseins von zwei Mitgliedern des Vorstandes bestimmt das Kuratorium die oder den Vorstandsvorsitzenden. Die Vorstände werden vom Kuratorium für die Dauer von 6 Jahren bestellt. Der erste Vorstand ergibt sich aus dem Errichtungsgeschäft. Eine Wiederbestellung ist möglich. Der Vorstand bleibt so lange im Amt bis ein neuer Vorstand bestellt wurde. Jede Bestellung
des Vorstandes ist gegenüber dem Evangelischen Oberkirchenrat unverzüglich schriftlich unter Vorlage eines Protokollauszuges der Kuratoriumssitzung anzuzeigen.

(2) Die Vorstandsmitglieder vertreten gemeinsam die Stiftung gerichtlich und außergerichtlich gemäß §§ 86 in Verbindung mit 26 BGB. Gibt es nur ein Vorstandsmitglied so vertritt dieses die Stiftung alleine. Das Kuratorium kann den Vorstand im Einzelfall von dem Verbot der Selbstkontrahierung nach § 181 BGB befreien.

(3) Durch Beschluss des Kuratoriums kann die Einzelvertretungsbefugnis eingeräumt werden.

(4) Vorstandsmitglieder können jederzeit durch das Kuratorium vorzeitig abberufen werden.

§ 11 Aufgaben des Vorstands

(1) Der Vorstand leitet die Stiftung in eigener Verantwortung nach der Maßgabe der Gesetze, dieser Stiftungssatzung und der Beschlüsse des Kuratoriums, insbesondere der Geschäftsordnung.

(2) Seine Aufgaben sind insbesondere:

  1. Einhaltung der satzungsmäßigen Zielvorgaben zur Erfüllung des Stiftungsauftrags
  2. strategische Ausrichtung der Stiftung und deren Umsetzung
  3. gewissenhafte und sparsame Verwaltung des Stiftungsvermögens.
  4. Führung der Bücher nach den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buchführung sowie die Aufstellung eines Jahresabschlusses.
  5. Ausführung der Beschlüsse des Kuratoriums.
  6. Erstellung eines Entwurfes für den Wirtschaftsplan inklusive eines Stellen- und Investitionsplans zur Vorlage an das Kuratorium.
  7. Erteilung von Auskünften an das Kuratorium.
  8. Wahrnehmung der Dienst- und Fachaufsicht über etwaige Mitarbeitende.
  9. Anstellung und Entlassung von Mitarbeitenden sowie Änderungen der bestehenden Verträge mit Mitarbeitenden.
  10. Entgegennahme von Zustiftungen, Erbschaften, Vermächtnissen und Spenden sowie Ausstellung der Zuwendungsbescheinigungen.

(3) Der Vorstand berichtet dem Kuratorium jährlich zur wirtschaftlichen Lage der Stiftung.

(4) Die Mitglieder des Vorstands haben über Angelegenheiten, deren Geheimhaltung ihrer Natur nach erforderlich ist, Verschwiegenheit zu bewahren. Dies gilt nicht gegenüber dem Kuratorium und der Stiftungsaufsicht.

§ 12 Zweckerweiterung, Zweckänderung, Auflösung

(1) Eine Auflösung der Stiftung oder eine Änderung des Stiftungszwecks sind nur unter den Voraussetzungen der gesetzlichen Vorschriften zulässig. Der erkennbare oder mutmaßliche Wille der Stifterinnen und Stifter ist bei jeder Änderung zu berücksichtigen.

(2) Beschlüsse über Zweckerweiterung, Zweckänderung, Zusammenlegung oder Auflösung können nur auf Sitzungen des Kuratoriums gefasst werden. Die Beschlüsse bedürfen einer Mehrheit von drei Viertel aller Stimmen der Mitglieder des Kuratoriums. Sie dürfen die Steuerbegünstigung der Stiftung nicht beeinträchtigen. Beschlüsse über Satzungsänderungen und der Auflösung der Stiftung bedürfen des Einvernehmens der Evangelischen Landeskirche in Württemberg als Stiftungsaufsicht.

§ 13 Vermögensanfall

Im Falle der Auflösung oder Aufhebung der Stiftung oder beim Wegfall der steuerbegünstigten Zwecke fällt das Vermögen an den Evangelischen Landeskirche, verbunden mit der Auflage, es unmittelbar und ausschließlich für selbstlos gemeinnützige, wohlfahrtspflegerische und kirchliche Zwecke zu verwenden, die dem Stiftungszweck möglichst nahe kommen.

Inhaltsverzeichnis
Präambel................................................................................................................... 1
§ 1 Name, Rechtsform, Aufsicht und Sitz ................................................................. 1
§ 2 Stiftungszweck ................................................................................................... 2
§ 3 Gemeinnützigkeit................................................................................................. 3
§ 4 Stiftungsvermögen und Erträge .......................................................................... 3
§ 5 Finanzierung und Geschäftsjahr ........................................................................ 4
§ 6 Stiftungsorgane .................................................................................................. 4
§ 7 Kuratorium........................................................................................................... 4
§ 8 Arbeitsweisen des Kuratoriums .......................................................................... 5
§ 9 Aufgaben des Kuratoriums ................................................................................. 6
§ 10 Vorstand............................................................................................................ 8
§ 11 Aufgaben des Vorstands .................................................................................. 8
§ 12 Zweckerweiterung, Zweckänderung, Auflösung................................................ 9
§ 13 Vermögensanfall............................................................................................... 9